Corona- was ist eine Krise und wie gehen wir damit um?

 

Was ist eine Krise? Das erleben wir gerade alle, unser alltägliches und soziales Leben ist plötzlich auf den Kopf gestellt. Nichts funktioniert mehr, wie wir es kannten. Wir sorgen uns um unsere Eltern, Großeltern, bleiben zu Hause und arbeiten remote. Noch vor zwei Wochen wollte ich die aufkommende Gefahr und die massiven Umwälzungen nicht wahrhaben. „Ach, das wird schon nicht so heftig…“.

Ich beschwichtigte, wo alarmiert wurde, um mein eigenes ungutes Gefühl zu unterdrücken. Als letzte Woche in der Uni, wo ich in Teilzeit arbeite, die Mensa geschlossen wurde, war dies für mich ein erstes Signal, dass wirklich was nicht stimmte. Die Stimmung war seltsam. Ratlos, eine Unsicherheit, seltsames Schweigen begleitet von noch mehr innerer Offenheit und Zusammenhalt.

Ein paar Tage später überschlugen sich die Meldungen, Pressekonferenzen, Warnungen, Restriktionen des öffentlichen Lebens. Steigende Zahlen Erkrankter.

Bereits seit einer Woche zu Hause wegen einer starken Erkältung, verfolge ich Meldungen seitdem vom Sofa aus.

Was meine Teilzeit-Selbständigkeit angeht, ändert sich nichts. Da ich Webinare gebe oder Texte schreibe, arbeite ich eh per Videokonferenz oder am Schreibtisch. Was die Uni angeht, so haben jetzt eh die meisten Homeoffice. Schnell wurden Lösungen gefunden, wie wir auch von daheim aus miteinander kommunizieren können und alle tragen Wertvolles bei, um den Betrieb am Laufen zu halten. Dasselbe beobachte ich auch in vielen anderen Bereichen und Betrieben. Ein befreundeter Software-Entwickler aus dem Bereich der Digitalisierung erschuf aus dem Stegreif mit anderen eine repräsentative Plattform, die es Familien und Schulen ermöglicht, sich einen Überblick über digitale Lernangebote zu verschaffen, wo dies bislang undenkbar war. Hier der Link: https://ich-lerne-online.org. Eine transparente Orientierungs – und Beratungshilfe anzubieten, ist heute wichtiger denn je.

 

Wo es heißt #SocialDistancing rocken plötzlich alle emotional zusammen. Es wächst der Wunsch nach Gesprächen. Etwaige Vorurteile zerfallen bei vielen zu Staub. Und das will was heißen für eine Gesellschaft, in der Spaltung durch Ideologien, ausgrenzende Filterbubbles, Blocklisten und Hetze leider ein zunehmendes Problem darstellen. Es zeigt sich jetzt, wer menschlich denkt und handelt, wem es um die Gesellschaft, um Kontakt und breites Networking geht statt nur um die eigene Agenda. Letztere ziehen sich nun selbstmitleidig zurück und warten, dass Corona vorbeigeht- vor allem, damit ihre eigenen Themen bald wieder die Twitter-Trends dominieren und ihre Selbstdarstellung wieder Applaus bekommt. Ich hoffe, aber, dass etwas von der Offenheit und Flexibilität hängenbleibt, wenn wir das ganze hoffentlich sobald wie möglich überstanden haben.

Ich beurteile Menschen nach ihrer Persönlichkeit, nicht nach der Partei, Religion, Sportclub oder Weltanschauung. Damit biss ich oft auf Granit, aber genau diese Einstellung setzt sich jetzt durch. Das beruhigt mich ungemein in all der Unsicherheit.

Aber hier soll es eigentlich um Krise gehen, und was das überhaupt ist. Ich wusste das auch nicht, bis 2019 kam. Da ereilte mich zum ersten Mal in meinem Leben eine schwere persönliche Krise und riss mich um. Natürlich kenne ich auch schlechtere Phasen im Leben, eher gute zum Glück.

Aber eine Krise? No way. Ich doch nicht! Alles Spinnerei, Wohlstandsgefasel, Luxus. Dachte ich.

Es begann im Frühjahr 2019 mit dem Gefühl, irgendwas ist anders. Stimmungsschwankungen wildester Natur. Alles neu, alles anders, obwohl meine Welt genau die gleiche geblieben war. Ich stand teilweise mit Kopfhörern an der Straße und sang laut und happy mit. Dann wieder kam eine dunkle Wolke von Zweifeln und Depression. Mein Leben bis dahin? Ich war ehrenamtlich engagiert, arbeitete, handelte, aber je mehr ich tat, um so mehr erschien mir alles sinnlos. Hinzu kam mein großes virtuelles Netzwerk auf Twitter, das mir allein aufgrund der Followerzahl schon lange nicht mehr erlaubte, einfach wegzubleiben. Dachte ich. Ich half Netzwerken und Unternehmen, ihre Online-Präsenz zu optimieren und aufzubauen. Als Annette Creft hatte ich einige Fans, fragte mich aber zunehmend, was die eigentlich von mir wollen. Mir ging es doch nicht gut. Was sollte ich da immer mit lockeren Sprüchen glänzen? Ich bauschte den tatsächlichen Erwartungsdruck bis ins Unermessliche auf, redete mir immer noch ein, es ist alles normal und okay. Wie zuletzt bei der Corona-Krise.

Was nicht sein darf, kann auch nicht sein.

Der Zusammenbruch kam nach einem scheinbaren normalen Tag an der Uni. Mittags saß ich noch mit einer Digital-Netzwerk-Kollegin in der Mensa, wir redeten über freiberufliche Perspektiven. Ich plante und plane neben meiner festen Tätigkeit eine Ausbildung als Beraterin. Weil ich das bin. Das ist mein Wesen. Sie hatte gute Ideen und wir plauderten schön. Allein, ich hatte keinen Appetit. Mein leckeres Essen blieb unberührt. Als ich abends heimfuhr, streikte wieder die Nordwestbahn, mit der ich immer fahre, und strandete irgendwo auf dem Weg. Ich wohne ja auf dem Land, da ist Pendeln ein großes Problem. Ich musste aussteigen ohne Anschluss mitten in der Pampa und fluchte wild auf dem Bahngleis. Wie eine Irre, Leute drehten sich um.

Es ging nicht mehr. Das Fass war übergelaufen. Ich kannte mich selbst nicht mehr wieder. Ich wollte nicht mehr, gar nichts mehr. Twitter wollte ich löschen, meine Aktivitäten canceln, alle Kontakte. Alles schien bedrückend sinnlos. Mich selbst mochte ich die ganze Zeit, aber kam nicht mehr mit bei dem Leben, das ich führte, wo ich doch nie 100% ich selbst war. Es schien nie nach außen zu dringen, was ich wirklich denke.

Auf Twitter Anfeindungen, wenn ich den Mainstream in Frage stellte, aber genau das ist meine Natur. Ich kritisiere, hinterfrage, zweifle. In jeder Regierung, immer. Deshalb ging ich mit 16 zu den Jusos, als ganz Baden-Württemberg tiefschwarz kohlregiert war. Prangerte mit 19 die unfairen Methoden meines Politik-LK-Lehrers an in der Abizeitung. Ohne seinen Namen oder auch nur den Kurs konkret zu nennen. Ich recherchierte in allen Klassen, die er hatte. Das hatte System bei ihm, stellte ich fest. Es ging nicht nur gegen mich, es ging gegen alle, die er nicht mochte. Daher schrieb ich. Es wirkte ungeheuer. Man sprach dort noch Jahre später von mir.

So war ich immer und werde ich immer sein. Ich will aber immer verbessern, nie zerstören. Harmoniemensch, der ich bin, tue ich das, um Harmonie dauerhaft zu sichern. In guter Absicht – dass sich die Menschen selbst hinterfragen, in der Absicht, sich zu bessern. Dies stieß bei Twitter auf extremistische Fanatiker, die mich dann verfolgten. Ich schwamm also eher weiter im Mainstream. Brav funktionierend, selbstgewählt, aber vielleicht nicht gut genug durchdacht, was ich selber will.

Wer sind wir, wie leben wir, was ist uns wichtig? Corona legt das offen. Vielleicht das einzig Gute in dieser schlimmen Zeit.

In der Zeit meiner Krise aber passierte Ungeahntes. Als ich alles in Frage stellte, wirr um Hilfe bat, wo ich selber nicht wusste, wie die aussehen sollte, kam nicht nur mein Frauennetzwerk der Digital Media Women zu Hilfe. Ich führte tolle Telefonate, eine Freundin kam vorbei zum Essen und munterte mich auf, brachte Vorschläge und Hilfe. Es war keine Depression. Diese hatte ich zum Glück nie lange, hätte ich auch gar nicht ausgehalten. Ich wachte morgens auf und dachte: alles kacke. Unlösbare Probleme. Alles sinnlos. Das hatte es noch mit einer Depression gemeinsam, aber im Laufe des Tages kamen dann Hochgefühle, irre Ideen: Meine Freundin in Colorado machte mir einen Heiratsantrag, damit ich US-Bürgerin werden kann. In CO ist die gleichgeschlechtliche Ehe legal. Ihr Freund war auch einverstanden und wir hatten einen tollen Videochat. Ich würde mit den beiden Indianerschmuck verkaufen, die Firma seiner Mutter. Das klang irre toll, eine Ausflucht aus gefühlten Fesseln, ein neues Leben. Wieder im Bademantel auf der Veranda stehen und unsere innere Freiheit genießen wie damals, als ich sie besucht hatte. Wir sind beide nicht mal bi, aber es war erfrischend. Aber die deutsche Sozialisation trotz meiner amerikanischen Natur kam mir dann doch zugute und ich lehnte schweren Herzens ab. In Amerika bin ich immer mehr Annette als ich es in Deutschland je sein könnte. Das lockte mich. Euphorie wechselte mit Verzweiflung, nicht Depression.

Das Tolle: Bei realen Problemen konnte ich plötzlich auf mein Netzwerk zurückgreifen. Ich kontaktierte Menschen, die ich sonst nie persönlich kennengelernt hätte, und sie halfen mir.

Auch bei Corona heute funktioniert das. Leute hören mehr zu, helfen, sind sensibler. Auch live. Wo der Boden unter den Füßen schwindet, bauen Leute Rettungsboote, unkompliziert, menschlich. Hören zu, helfen, bieten Lösungen. Das beeindruckt mich.

Ich redete in meiner Krise mit irre vielen Menschen, tollen Persönlichkeiten, denen es allein um mein Wohl ging. Darunter auch Leute, mit denen ich zuvor zwecks Netzwerk eher nüchterne Gespräche geführt hatte. Und ich hatte plötzlich irren, persönlichen Redebedarf. Um mich zu ordnen, um diese Unsicherheit zu ertragen. So geht es heute vielen, die sich vom sozialen Leben abgeschnitten fühlen.

Als es mir schlecht ging und ich mich öffnete, war die hilfreiche Hand plötzlich da. Niemand verachtete mich aufgrund meiner plötzlichen Schwäche. Ich verlor kein Ansehen, wie ich sicher dachte, wenn ich auf einmal stolpere, nein, ich gewann. Respekt, Hilfe, Austausch, was ich mit letzter Kraft gesucht hatte.

Es war beeindruckend, wie sich mein Netzwerk plötzlich als Rettungsanker entpuppte.

All meine eingesetzte Energie kam zu mir von vielen Menschen zurück. Irgendwann, im Spätsommer, glätteten sich die Wellen. Ich tankte neue Energie im Sommerurlaub vor allem bei meiner Familie in Baden-Württemberg. Die tollen Kids, deren Tante ich sein darf, meine Freundin mit ihrem Restaurant an der französischen Grenze, die ich seit Schulzeiten kenne, die Ruhe auf dem Land bei  meinem Vater, Strasbourg, all das heilte meine innere Zerrissenheit, dazu Menschen, die mich auch dort von Bremen aus kontaktierten um mir bei der Lösung eingebildeter oder realer Probleme zu helfen, das rockte. Ich kam geistig gesund und gestärkt zurück. Und die Krise ist jetzt seitdem vorbei. Seitdem weiß ich mehr, wer ich bin, was ich will, was nicht und handele dementsprechend.

Krise heißt, alles, was wir kennen, ist plötzlich auf den Kopf gestellt. Wir werden nicht depressiv, aber wir strecken unsere Hand aus nach Zuspruch, Lösungen, Hilfe. Und ich feiere alle, die dabei behilflich sind.

Krise ist wirr, aber auch eine Chance.

Lasst uns gerade jetzt alle zusammenhelfen. Wir können das. Achtet alle, seid freundlich, tut, was Ihr könnt. Geht einkaufen für die älteren Leute im Haus, informiert, gebt Euren Teil im engen Kreis dazu, und es wird Wellen schlagen. Und bleibt bitte zu Hause.

Wellen der Menschlichkeit, Solidarität und Lösungen.

Wir können uns positiv neu ordnen, erfahren, wie machen wir weiter, wenn das alles vorbei ist.

Ändern wir unsere Perspektive, ändert sich unsere Welt. Unsere persönliche Haltung und Werte sind heute gefragter denn je. Helfen wir denen, die es brauchen, mit Gesprächen, Lösungen, Ideen. Dafür stehe ich auch zur Verfügung. Herzlich gerne.

Krisen gehen vorbei. Die Menschlichkeit bleibt.

 

 

Twitter -Reichweite leicht gemacht

Netzwerken in Zeiten von Social Media – Leidenschaft mit Effizienz

Netzwerken muss man wollen – dann klappt es. Vor allem, wenn man Kommunikation liebt. Als ich zu Twitter kam, wusste ich nicht viel davon. Ich kannte keine Menschen aus dem virtuellen Raum. Cyberwelten waren mir fremd – bei Facebook habe ich bis heute ein scheintotes Profil mit ganzen 50 „Freunden“, darunter vor allem alte Schulfreundinnen, deren Kinder ich mittlerweile virtuell von der Geburt in die Einschulung begleitet habe. Ohne meine Freunde in den USA, von denen ich dort das meiste mitbekomme, hätte ich es wohl längst gelöscht.

Warum ich eigentlich zu Twitter kam – 2015 im Sommer habe ich mir widerwillig einen Account angelegt, um mein Buch zu verticken. Eine Satire über meine Zeit in einer chinesischen Firma in Deutschland. Gibt es übrigens noch bei Amazon. Heute allerdings würde ich anders schreiben – damals passte es. Also nahm ich den chinesischen Drachen vom Titelbild, das ich dem wunderbaren Zeichner und Karikaturisten Arndt Zinkant aus Münster verdanke und nahm es als Profilfoto, mit meinem Buch-Alias Annette Creft. Heute muss ich Leuten z.T. erklären warum ich anders heiße. Muss mich ja niemand kennen, dachte ich damals. Ich suchte andere AutorInnen auf Twitter und folgte ihnen. Sie folgten zurück.

Nachdem ich euphorisch sämtliche Promis zugetextet hatte, die ich irgendwie mochte, beseelt von der „nahen Reichweite“, die das Netzwerk bot und diese natürlich nicht reagierten, besann ich mich auf das langweilige und doofe Posten der Amazon-URL. Aber so funktioniert Twitter nicht. Irgendwann folgten immer mehr Leute zurück, je mehr Sprüche, Weisheiten, Wortspiele, desto mehr wurden es. Ich favte Tweets, die mir gefielen, langsam kam der Spaß an der Sache. Mit lockeren Sprüchen, die mir als Wortmensch auf der Zunge liegen, stellte sich zum ersten Mal Erfolg ein. Ein Hashtag in den Trends war z.B. #FetteFußballer“. Mit „Mettwurst Özil“ schoss ich einen Vogel ab. Wie entspannend, ohne politische Haltung oder Häme, nur die Worte betrachtend, mit Spaß. Diese Tweets kamen an. Dabei war es mir darum gar nicht zu tun. Netzwerk – war noch weit entfernt.

Erster Aufbau und Schlüsselerlebnisse

Damals hatte ich so 200 Follower, durch regelmäßiges Twittern und Aufbau. Ich suchte mir immer meine Follower nach Gusto, nach Gefühl, rein intuitiv. Und hatte Spaß. Irgendwann schrieb ich, wie toll ich „The Labours of Hercules“ finde, auf Englisch, einer der besten Poirots überhaupt, und prompt antwortete mir Hastings. Ja, der echte, der Schauspieler Hugh Fraser. Ich rastete leicht aus auf meinem Sofa und konnte es kaum fassen. Irgendwann bekam ich auch Kontakt zu mehr Personen des öffentlichen Lebens, mir folgten Redakteure verschiedenster Medien. Ein Highlight war an meinem Geburtstag, im März. Da hatte ich mich wieder in die großen „Trends“ gewagt und schrieb, was ich von der Schweinefleischpflicht hielt: „Einem Land, das sich um Schweinefleischpflicht Gedanken macht, muss es sonst ja gut gehen“. Ich dachte mir nichts groß, denn 2016 gab es auch noch wenig „Hate-Speech“. Hass war es auch gewiss nicht, was mich antrieb. Ich beobachte halt immer, was sich so tut und bringe gern die Dinge auf den Punkt. Also das, was viele denken. Diesmal hatte ich wohl den Nagel auf den (Schweine-) Kopf getroffen und er landete am selben Abend noch in den Tagesthemen. Es erschien ein Screenshot meines Tweets auf dem ARD Monitor und die nette Moderatorin las ihn, mit zwei anderen, laut vor. Ich flippte aus. Ich war im Fernsehen. Hammer! Ohne mich chic machen zu müssen. Hätte ich nie gedacht, geschweige denn angepeilt.

 

Hier bei n-tv  ↑

Das Netzwerk begann mit der gezielten Vernetzung meiner Person auch durch andere, die meine Tweets mochten. „Kennt Ihr Euch schon?“ „Äh ..nö…jetzt ja. Gerne.“ Plötzlich war ich inmitten von Coaches, Beratern und Anwälten. Dort wurden unsere Gedanken aufgenommen, Grüße und Tweets geteilt, und es gab viel gute Energie und Austausch. Es wurde nicht beleidigt, angeprangert, es wurde respektvoll und freundlich diskutiert.

Zufälle – oder das Ergebnis von Reichweite?

Ende 2017 aus meiner lieben Wohnung vertrieben durch Hottentotten, die meine 4 Wände in ein akkustisches Kriegsgebiet verwandelten, zog ich notgedrungen in eine kleine Unterkunft mit chronischer Kälte und wenig Platz. Die Suche nach einer Wohnung längst aufgegeben erreichte mich ein blöder reply als Reaktion auf einen halbwegs feministischen Tweet. Rein aus Gewohnheit klickte ich an, wer das wohl war und sah als erstes einen Retweet: „Nachmieter in Bremen-Nord gesucht“. Aha. Da nahm ich Kontakt auf, telefonierte und besichtigte am selben Tag. Heute wohne ich hier in dieser Wohnung. Passte sofort. Trotz Wohnungsnot hatte ich keinen Stress, meine neue Wohnung zu finden. Die blöde reply war sofort vergessen. Aber danke ! Habe heute eine schöne ruhige Wohnung am Wald. Auch das kann Twitter.

Netzwerk ist Wertschätzung

Man supportete die Tweets gegenseitig und ich erfuhr viel über #Leadership, #Coaching und die Menschen, die dies antrieb. Daraus ergaben sich spannende Telefonate und Live-Treffen. Es kribbelte mehr bei den Tweets, die ich absetzte, da ich wusste, es würden Reaktionen kommen. Mittlerweile hatte ich Analytics für mich entdeckt, wo ich live den Traffic verfolgen konnte und saß z.T. gebannt vor den rasenden Zahlen. Das Netzwerk entstand.

Der Hype

Der absolute Hype kam als ich begann, mich für das #BGE einzusetzen, das bedingungslose Grundeinkommen. Ich las darüber, war begeistert und startete eine #Umfrage. Die Promis, die mir mittlerweile folgten, bat ich nett und höflich per DM, die Umfrage zu teilen, und sie taten es tatsächlich. Die Impressionen rasten, die retweets flogen mir um die Ohren und ich saß gebannt vor Zahlen, die mich als Wortmensch oft sonst kalt lassen.

Aber Reichweite ist doch faszinierend. Wer ist für das BGE, wer nicht? Damals tobte das Thema in der Presse. Allein die Umfrage wurde mir aus der Hand gerissen- über 1500 Stimmen, über 200 Retweets. Sogleich bekam ich Anfragen für Parteimitgliedschaften seitens Grüner, Linker, Piraten, eben VertreterInnen des BGE. Ich widerstand leicht. Ich mag keine Parteibücher und kein Schubladendenken, Menschen meines mittlerweile tollen virtuellen Netzwerks rieten mir persönlich ab, irgendeiner Partei beizutreten, da ich immer sagen können möchte, was ich will, ohne von Vorsitzenden gerügt zu werden. Das passt auch für mich als Freigeist am besten. Mein Live-Vortrag zum Grundeinkommen bei der Bremer Gewerkschaft wurde auf Video aufgenommen, ich lud es hoch bei youtube, allein durch die Verbreitung bei Twitter bekam es über 1600 Views. Ich kam mir schon fast vor, als sei ich youtuberin. Das alles zeigt eins:

Reichweite ist leicht. Wenn man alle sozialen Kanäle nutzt und vernetzt.

Meine Blogbeiträge dazu wurden geteilt und ich brachte das BGE ein gutes Stück voran – Schlüssel war der Live-Vortrag, genutzt zur Verbreitung wurden die Kanäle der sozialen Medien, es rockte. Wann immer ich meinen Namen googelte, fand ich mich regelmäßig per Screenshots und Zitaten in (großen) Zeitungen, wenn ich zu Trends getwittert hatte, teils sogar im Fernsehen. Zu allen Themen, bunt gemischt. Weil ich oft aussprach, was viele denken. Ich begann, mich für Tools zum Followeraufbau und Monitoring zu interessieren, lernte deren Funktion.

Virtuell wird live

Irgendwann Ende 2017 wurde ich auf die Digital Media Women angesprochen, ein bundesweites Netzwerk, das in Bremen Anfang 2018 gerade ihr Quartier aufbauen wollte. Ein Telefonat mit einer engagierten Followerin: „Du bist doch  bei Twitter so erfolgreich – hast du nicht Lust, mitzumachen?“, brachte mich direkt live ins Orgateam, wo ich seit März 2018 die Meet-ups hier mit organisiere und den Twitter-Account führe. Mein Twitter-Vortrag kam mega gut an, den ich dort Anfang 2019 auf Wunsch hielt; meine Idee wäre es nicht gewesen. Aber ich strahlte, als ich so viele Fragen beantworten konnte und Selbständigen und Marketingleuten weiterhalf. Meine Leidenschaft ist nun mal die Beratung. Ob ich das ohne Twitter so erkannt hätte? Ohne die ganze Wertschätzung und Inspiration gegenseitig? Ich weiß nicht. Mit 14 K Followern wurde es für viele andere interessant, wie das denn geht. Ich habe, basierend auf meinen persönlichen Learnings für #DMWHB, die Digital Media Women, nun ein repräsentatives lebendiges virtuelles Netzwerk im Bremer Raum aufgebaut, was natürlich auch den Live-Meetups nützt.

Heute gebe ich in Webinaren mein Wissen weiter. Mit tollen Aha-Effekten beiderseits. Kontakte, die gegenseitiges Wissen, persönlichen Austausch und Möglichkeiten der Zusammenarbeit schaffen, sind das A und O eines Netzwerks. In problematischen Phasen habe ich menschliche und fachliche Unterstützung erster Güte erhalten und bin noch heute baff, wie das alles so weit kommen konnte. Ich war doch einfach nur ich selber. Aber vielleicht ist genau das der Schlüssel. PR heißt, die Stärken in den Vordergrund rücken. Nie hätte ich bundesweit so viele tolle Menschen kennengelernt ohne Twitter. Das soziale Netz ermöglicht eine Vernetzung, berufliche und persönliche Weiterentwicklung vom Feinsten auf effizienteste Weise. Wie es geht, lernt man durch viel Ausprobieren, Mut und Menschlichkeit. Solange man ehrlich ist zu sich und den anderen, klappt es mit dem Austausch.

 

 

Twitter – Tipps für erfolgreiches Networking

Am 13. Februar gebe ich einen Impulsvortrag zum Thema „Twitter“ und zwar im Rahmen des monatlichen Meet-ups der Digital Media Women Bremen. Ich wurde von den digital affinen Frauen gebeten, aufgrund der Größe meines Accounts und meiner PR-Expertise, mein Know-How zum Thema Online-Kommunikation weiter zu geben. Viele Fragen kamen schon im Vorfeld auf: wer ist die Hauptzielgruppe, wie schreibe ich etwas zu einem hashtag, was ist ein hashtag, welche Inhalte sollte ich teilen, wie verhalte ich mich bei Erwähnungen, was sind die Gepflogenheiten und wem soll ich antworten?  Wie time ich einen Tweet, wie analysiere ich den Erfolg mittels Tools und Apps?

Das Zusammenspiel von Methoden, Communication-Skills, Persönlichkeit, wichtigem Content und gezielter Frequenz klingt erstmal furchtbar kompliziert. So steht man dann mit frischem neuem Account vor einer riesigen offenen, weltweiten Plattform, betrachtet ehrfürchtig hundertfach geteilte Tweets und versucht, sich seine Nische zu bauen. Nun bin ich weder ein Nerd noch besonders geduldig. Dennoch macht es mir unendlichen Spaß, Reichweite zu schaffen, zu vernetzen und auf den Punkt zu bringen, was ich sagen will. Ein Tweet kann buchstäblich um die Welt gehen, Revolutionen lostreten, ein Image kreieren oder zerstören – wenn man die richtigen Knöpfe drückt. Das Zusammenspiel vieler unterschiedlicher Faktoren bis zum gewünschten Endergebnis reizt mich seit jeher in vielerlei Hinsicht. Ich freue mich daher, viele Fragen beantworten zu können. Ohne Tools und Mechanismen wird man bei Twitter nur dann einen großen Followerstamm aufbauen können, wenn man bereits einen gewissen Grad an Prominenz durch andere Medien erlangt hat. Dann muss man auch nichts mühsam aufbauen, sondern eröffnet einen Account und die Leute strömen herein.

Über die Güte des Accounts sagen die Followerzahlen hingegen wenig. Welche Gepflogenheiten einen weiterbringen, was man besser bleiben lässt und wie Social Media richtig Spaß machen kann sind alles Themen, die ich dann gesondert in einem Workshop behandeln werde. An mir sollte man sich allerdings nicht unbedingt immer ein Beispiel nehmen – ich twittere selbst nicht mehr nach Lehrbuch!

Hier eine kleine Vorankündigung für meinen Impulsvortrag – viele Grüße und ich freue mich auf Euch!

Twitter – Tipps zum erfolgreichen Networking

Der Kurznachrichtendienst Twitter ist eins der größten Social-Media-Netzwerke. Auf Twitter verbreiten sich Nachrichten in rasanter Geschwindigkeit – weltweit.

In meinem Impulsvortrag möchte ich wichtige Aspekte der Plattform vorstellen und anhand von Erfolgsstories zeigen, wie man mit Twitter die Bekanntheit für sich selbst und sein Unternehmen steigert. Der Schlüssel ist ein erfolgreiches, dynamisches Netzwerk. Ein solches aufbauen kann jeder mit wirksamer Strategie und der gezielten Anwendung diverser Tools und Methoden.

Die große Reichweite, gigantisches Netzwerkpotential und die Möglichkeit, eigenen Content effizient zu kommunizieren, machen Twitter zu einem mächtigen PR-Tool, das weltweit über 320 Millionen Menschen nutzen. Medienvertreter, Politiker und Prominente sind direkt ansprechbar und führen Diskussionen. Viele ehrenamtlich Engagierte, Künstler, Journalisten und Unternehmer nutzen Twitter als Sprachrohr für ihre Sache. Nicht selten greifen große Zeitungen oder das Fernsehen Tweets auf, die besonders oft geteilt wurden und verhelfen zur Bekanntheit.

Ich selbst habe mir bei Twitter ein größeres Netzwerk aufgebaut und möchte anderen die Hemmschwelle vor der großen weiten „Social-Media-Welt“ nehmen. Ich will zu individuellem Networking ermutigen, auf die Gepflogenheiten eingehen und nicht zuletzt: Spaß an Social-Media-Kommunikation vermitteln.

Wie stelle ich mich am besten dar und bekomme Follower, die mich weiterbringen? Welche Inhalte teile ich, wieviel Zeit muss ich investieren, wie bringe ich Dinge in 280 Zeichen auf den Punkt?

Auf diese und andere Punkte werde ich eingehen und zum Schluss natürlich Raum für individuelle Fragen lassen.

Aufgrund der vielen Aspekte, Tools und Nutzungsmöglichkeiten kann der Kurzvortrag nur einen kleinen Einblick in die Social-Media-Welt von Twitter geben.

In einem eintägigen Workshop vermittele ich Interessierten konkrete Strategien, um das Medium gezielt mittels Tools und Methoden nachhaltig zu nutzen – sei es für ein Unternehmen, zur Darstellung kreativer Inhalte oder als Turbo für eine Sache, die einem am Herzen liegt.

 

 

 

 

Der Wert von Verantwortung

Heute wird soviel über Unternehmenskultur und Kommunikation geschrieben, dass mir, wenn ich alle Blogartikel lese, schwindelig wird. Da der „Fisch vom Kopf her stinkt“ ist Leadership natürlich Thema Nummer eins. Natürlich gehört zu den Aufgaben eines Chefs auch, die Leute passformgerecht einzusetzen. Passformgerecht nach Potential und optimal passend für das Unternehmen. Würde dies geschehen, würden sich viele Probleme von selbst erledigen. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Leute am zufriedensten sind, wenn sie ihre eigenen Aufgaben haben, am besten in Form von Projekten. Projekte, die sie von A bis Z verantworten, planen und begleiten. Warum? Ganz klar:

Es befriedigt zu sehen, der Arbeitserfolg ist gleichbedeutend mit dem persönlichen Erfolg und hängt von der selbständig erbrachten Leistung ab.

Im Zeitalter der Industrialisierung war das Hauptproblem die Entfremdung der Arbeitskräfte von ihrer Arbeit, worum sich die Kritik von Karl Marx am Kapitalimus rankte.

Arbeiter verdienten ihren geringen Lebensunterhalt, in dem sie Schräubchen in eine Maschine einfügten, zu der sie keinen Bezug hatten.

Ihre Welt waren die Schräubchen, am Fließband in hartem körperlichen Einsatz gefertigt – Erfolgserlebnisse über die Entstehung der fertigen Maschine, ihrem Nutzen für die Menschheit und Wirtschaft waren ausgeschlossen. Um die Familie zu ernähren, betraten die Arbeiter aber täglich das gehasste Hamsterrad, schraubten Schrauben und hofften auf den Feierabend – und ihren kleinen Lohn, um Brot für sich und ihre Kinder zu kaufen.

Längst veraltet, denn nun sind wir im modernen Zeitalter der Digitalisierung. Hierarchien werden flacher, verlieren an Bedeutung und der Mitarbeiter wird am Unternehmenserfolg und dem Ergebnis seiner Leistungen beteiligt. Alle sind oder werden zufrieden sein. Denkt man. Manches hat sich aber in vielen Unternehmen nicht geändert. Gerade in der Verwaltung sind die Zustände haarsträubend. Menschen werden dazu erzogen, auszuführen, ohne mitzudenken. Denn täten sie dies, würde ihnen vieles sinnlos vorkommen. Inklusive ihrer eigenen Arbeitsleistung. Worauf sie stolz sind, ihre Talente und Fähigkeiten, gehen unter in einer Maschinerie des Kapitalismus. Weil es niemanden interessiert, was sie eigentlich können. Und was sie bewegen könnten, wenn man sie ließe. Warum auch? Viele Führungskräfte fahren besser damit, alles weiterlaufen zu lassen, wie es ist, um zu ihrem Profit und ihrer eigenen Karriere zu gelangen. Manche Angestellte sind damit zufrieden, aber haben doch unterschwellig das Gefühl, dass ihnen etwas fehlt. Selbstverwirklichung im Beruf, gerade auch, um das eigene Unternehmen voranzubringen, ist oft nach wie vor ein Luxusgut.

Eigenverantwortung im Job heißt nicht, für Führungskräfte die Kohlen aus dem Feuer zu holen!

Vorgesetzte, die es sich möglichst bequem machen wollen, schieben die Verantwortung gern ehrgeizigen Mitarbeitern zu. Nach dem Motto „Sie sind doch so gut in diesem und jenem, könnten Sie nicht vielleicht …“ Ohne entsprechende Bezahlung und ehrlicher Anerkennung für Extraleistungen werden sich aber nur Menschen mit angeborener Opferhaltung dazu verdonnern lassen, dem Chef den Lorbeerkranz zu retten. Wenn ich aber für das Gesamtergebnis verantwortlich bin, kann ich das Schräubchen bis zu seiner Arbeit in der Maschine begleiten. Schritt für Schritt. Am Ende bekomme ich dann auch den Lohn. Einerseits habe ich etwas sinnvolles getan, andererseits bekomme ich die Anerkennung. Organisieren heißt für mich, den Hut auch für das Gesamtwerk auf zu haben. Dann ist die Sinnstiftung gegeben.  Mein dringender Rat an Führungskräfte ist daher: gebt Mitarbeitern mehr Verantwortung!

Sinnstiftung ist keine Worthülse. Sondern das Ergebnis eigenverantwortlicher Arbeit.

 

Positives Denken: die Silbertablett- Theorie

 

Eigentlich wollte ich ja etwas schreiben über Mitarbeitermotivation oder Netzwerken – meine eigenen Gedanken, an Dinge, die mir persönlich näherliegen, sind mir dabei jedoch im Weg. Es gibt in jedem Leben Baustellen unterschiedlichster Art, und es gibt ebenso viele Wege, diesen zu begegnen. Und für mich fehlt gerade der Weg, die Strategie, um die großen Wünsche und Ziele aus eigener Kraft und Planung zu erreichen. Ich habe mich also bei meinen aktuellen Baustellen wieder erinnert, wie ich früher an Dinge herangegangen bin. Ich bin Genussmensch durch und durch und habe eine Vorliebe für Effizienz – was für mich nichts anderes heißt als einfache Wege. Nicht, weil ich ein Genie bin, sondern weil ich faul bin.

Zu faul, um mir das Leben schwer zu machen. Es gab eine dunkle Phase in meinem Leben, in der ich versucht habe, es anderen rechtzumachen. Es war der Beginn meines Berufslebens und damit einer Odyssee. Ich wollte „Karriere“ machen und andere zufriedenstellen um mein Ziel zu erreichen. Weil ich dachte, das muss so. Machten alle anderen ja auch. Diesen Gedanken prügelte ich mir pflichtbewusst ein, bis ich ihn halbwegs selber glaubte. So quälte ich mich ab, nach Kriterien anderer zu funktionieren und meine -kreative, analytische, spontane- Persönlichkeit zu unterdrücken, mich grau anzumalen und die jeweilige Sprungrichtung zu erfühlen, die Brötchengeber gerade wollten. Meist, um meinen Lebensunterhalt zu verdienen. Dabei hörte ich jedoch nie auf, mir meine eignen Gedanken zu machen und, wenn nötig, für meine Weiterbildung zu sorgen. Mein Pech? Heute denke ich: mein Glück. Denn tiefstapeln ist auf Dauer anstrengender als jede Challenge. Und es gibt heute immer mehr Vorgesetzte, die bereit sind, sich weiterzuentwickeln und ihren Führungsstil der Zeit – und vor allem den Menschen- anzupassen. Leadership ist das Thema der Zukunft – denn das Schicksal eines Unternehmens liegt nun mal in der Hand der Führungskräfte.

Doch nun zurück ins Jetzt und zum Thema:

Als Studentin sah ich die Welt mit anderen Augen: Ich wollte z.B. immer praxisnah studieren, wollte interessante Praktika und nicht in einer theoretischen Scheinwelt versinken. Also stellte ich mir zu Beginn des Hauptstudiums vor, wie eine glückliche und erfolgreiche Zeit in gelungenem Mix zwischen Theorie und Praxis, Freunden und Reisen funktionieren konnte – ich schrieb alles auf und hängte es an die Pinnwand. So einfach. Prompt kamen die spannenden Studentenjobs und Praktika auf ulkigstem Wege zu mir- dazu die Freunde, die ich wollte und alles andere auch.

Ich musste mir nie Sorgen machen, solange ich wusste, was ich wollte.

Die Buddhisten, bei denen ich zwar kein aktives Mitglied bin, aber die Mahayana-Buddhisten in Bremen gut kenne und immer wieder mal sehr gern die Meditationen besuche, haben den Glauben, den ich weitgehend teile. Sie glauben an den untrennbaren Zusammenhang von Ursache und Wirkung.

Haben wir alle schon mal gehört, im Sinne von „Wie es in den Wald hineinruft, so ruft es zurück“. Nun denken die meisten bei diesem Sprichwort an die Stimme des Vaters oder der Mutter, die uns ermahnten, stets höflich und freundlich zu sein. Konventionen der Gesellschaft zu beachten, um selbst akzeptiert und respektiert zu werden.  Das Ursachen-Setzen für unsere Realität beginnt jedoch ganz woanders- nämlich im Kopf.

Das „Mindset“, also die Geisteshaltung ist das, woran wir arbeiten müssen, wollen wir Resultate im Außen sehen. Da geht es um viel mehr als positives Denken – es geht um Visualisierung als Grundlage für Manifestationen.

Nur, was wir uns wirklich vorstellen können, wird wahr.

Was wir vor unserem inneren Auge sehen, wird vor unserer Brille oder Kontaktlinse auftauchen. Sicher und unfehlbar, wenn wir das Gefühl verinnerlichen, das wir haben, wenn wir uns das Ergebnis vorstellen.

Wenn das Bild dazu klar und stark und lebendig genug ist. Legen wir dann auch noch das passende Gefühl hinein, kann das Universum nicht widerstehen, uns das zu liefern, was wir uns ausgemalt haben. In NLP – Seminaren wird genau das gelehrt und die Sprache als Wegweiser für Gedanken und Beeinflussung unseres Unterbewusstseins benutzt.

Das funktioniert, soweit ich es ausprobiert habe, ganz gut. Aber bei mir klappte das Manifestieren auch ohne diese Techniken. Als ich es noch für selbstverständlich hielt, dass meine Wünsche wahr werden. Und dankbar war für mein Leben und alles, was ich hatte.

Dankbarkeit ist der Schlüssel zum Glück.

Das Gesetz des Universums ist einfach – und um es erfolgreich für uns anzuwenden, müssen wir uns auf diese Einfachheit wieder besinnen.

Wer sich in Sorgen, Hass und Ängsten verliert, wird mehr davon bekommen. Wer dankbar ist, badet im Glück und vermehrt es. So einfach es klingt, so einfach ist es auch.

Bei vielem was NLP-Trainer lehren, denke ich an Buddha, für den ganz selbstverständlich war: „Wir sind, was wir denken.“ Das gilt auch für alles in unserem Leben – sei es Beruf, Geld, Beziehungen jeder Art und zu allererst für unsere Stimmung.

Solange unser Wille klar ist, wir uns nicht über den Weg den Kopf zerbrechen – was mir früher auch viel zu kompliziert gewesen wäre- bekommen wir das Ergebnis auf dem Silbertablett.

Hier meine Silbertablett – Theorie

Ich gehe davon aus, dass es im Leben jedes einzelnen ein Silbertablett gibt.

Wenn du im Restaurant bist, sind deine Wünsche zwar meist limitiert und auf die Speisekarte beschränkt – da ist das Universum deutlich großzügiger, es kennt kein Limit- kannst aber innerhalb des Menüs frei auswählen. Nachdem du das getan hast, kommt der Service, nimmt die Bestellung auf und bringt dir dein Gericht.

Das Silbertablett hat der Service – das Essen bekommst Du. Du sitzt an deinem Tisch, weißt, nach der Bestellung musst du dich um nichts mehr kümmern und schaltest diesbezüglich ab. Vielleicht hast du eine Vorstellung von dem Essen, wie es aussieht, riecht, schmeckt. Vielleicht aber auch nicht. Und womöglich ist es ganz anders als du dachtest – im besten Falle wirst du positiv überrascht sein, im schlimmsten Fall bist du enttäuscht. Aber du hast keinen Einfluss auf das Ergebnis, was nach der Bestellung kommt.

Nun stelle dir einmal vor, du würdest, nachdem du bestellt hast und der Ober weggeht, ihm hinterherlaufen, mit in die Küche traben, dir irgendein Essen selbst kochen und ihm am Ende noch das Tablett aus der Hand nehmen und es dir selbst an deinen Platz bringen. Verrückt, oder? Das erscheint allen unfassbar.

Wenn wir aber etwas beim Universum bestellen, vertrauen wir in der Regel nicht darauf, wie im Restaurant, dass wir etwas bekommen, geschweige denn das, was wir gern hätten. Weil wir nicht dafür bezahlen/ nichts dafür tun können, ja nicht mal einen Kellner haben, den wir zur Not ermahnen könnten. Wir wollen den Weg planen und alle Schritte kontrollieren. Das Universum lässt sich aber, anders als vielleicht doch mal ein Kellner, das Tablett nicht aus der Hand nehmen. Wir werden, wenn wir es dennoch tun, zwar irgendwas bekommen, aber nicht passformgerecht das, was wir bestellt haben. Nicht den Traumpartner, nicht den Traumjob, nicht das Glück oder den richtigen Wohnort. No way.

Also untätig warten? Jein. Wenn wir uns im Kopf und im Gefühl genau das vorstellen, was wir wirklich wollen, dann erst schicken wir die Bestellung los. Dann kann das Universum etwas für uns tun, vorher nicht. Klar, oder?

Zurück im Restaurant: wenn wir den Ober anstammeln „ich hätte gern was Deftiges“ oder „heute mal was so richtig lecker schmeckt. Spaghetti.“ Mhm…klar, dass wir nichts bekommen. Der Ober würde uns nicht irgendwas servieren sondern drauf bestehen, dass es bestimmte Spaghetti aus der Karte sind. Dann hätte er eine Vorstellung und könnte liefern.

NLP-Trainer reden auch von „bestellen“, weil sie wissen, wie es geht. Die Buddhisten machen es so: sie schreiben sich ihre Wünsche auf, denken sie sich oder sprechen sie am besten aus. Dann chanten wir ein Mantra, in dem wir Energien des Universums aktivieren. Das klingt ungeheuer esoterisch – aber es ist ganz einfach.

Ich sage euch mal ein Beispiel: als eine Freundin mir vor Jahren vom Buddhismus erzählte und meinte, es wirkt, belächelte ich sie natürlich. Ich kürze das ganze ab; ich hatte keine Schriftrolle, vor der man normalerweise sitzt und chantet; es würde aber auch vor einer leeren Wand gehen, wenn man sich einen Punkt sucht und darauf fokussiert. Ich so: „okay, warum nicht 5 Minuten mal ausprobieren.“ Kannte nur das kurze Mantra und meinen Wunsch: ich wollte in Bremen Events organisieren, was ich schon per Praktikum in Hamburg und Ganderkesee machen konnte und liebte es, mein Talent auszuleben: das Inszenieren. Aber ich hatte KEINE Ahnung, wie ich das in Bremen schaffen sollte, diese Studentenjobs gab es so nicht und ich war ratlos. Beste Voraussetzungen: ich konnte den Weg nicht planen, er war zu diffus. Unvorstellbar.

Die NLP’ler „baden im Ergebnis“, was auch funktioniert, die Buddhisten chanten.

Also setzte ich mich zu Hause aufs Sofa, starrte auf einen Punkt an der Wand und chantete das Mantra, nachdem ich meinen Wunsch laut ausgesprochen habe. 5 Minuten in etwa. Es vergingen genau zwei Tage, dann war ich wieder bei meiner Freundin auf einer buddhistischen Versammlung – klingt steif und religiös, war es aber nie, sonst hätte ich als Freigeist dort keine Zeit verbracht. Und nach einer kurzen Meditation saßen wir gemütlich zusammen und quatschten.

Eine junge Frau war dort, die laut klagte: sie mache eine Ausbildung zur Werbekauffrau und daher hat ihr ein Bekannter aufgedrückt, eine Firmenpräsentation für einen großen IT-Verband in Bremen zu organisieren. Und sie kann und will das nicht machen. Hat keine Ahnung von Events. Ohweh, was soll sie nur tun…?

Haha! – nun kam ich: „Hallo, ich kann und will das!“ Dankbar gab sie mir die Telefonnummer, das Treffen war sehr nett und unkompliziert und ich organisierte die Firmenpräsentation im „Universum“, dem damals brandneuen Bremer Science Center mit namhaften Unternehmen.

Drei Monate lang war ich beschäftigt und hatte viel Spaß. Es war klasse. Es klappte prompt. Und nicht nur dies eine Mal. Das zweite Mal, dass ich chantete, wünschte ich mir, trotz großem Freundeskreis, wieder einen besten Freund. Platonisch – nur Freund. Mit meinem schwulen Freund, der mich drei Jahre lang begleitet hatte, hatte ich leider keinen Kontakt mehr, aber ein männlicher Kumpan fehlte mir einfach. Nun chantete ich wieder 5 Minuten, wünschte mir genau das und fühlte meine Gedanken abdriften, denn beim Meditieren denkt man dann bewusst an alles Mögliche und vergisst den Wunsch wieder. Und das macht ihn letztendlich wahr. Am Abend, ein paar Stunden später, klingelte das Telefon.

Es war der Exfreund meiner Freundin, den ich bislang zweimal gesehen hatte. Oberflächlich, fand ihn aber sympathisch. Ob ich denn singen würde, meine Freundin hatte ihm erzählt, ich würde singen und er suche eine Sängerin für seine Band. Das erstaunte mich total, hatte wohl mal erwähnt, ich singe gern. Nun ja, klar, aber schief und schräg. Also lehnte ich dankend ab. Aber wir könnten ja mal ins „Shagall“ gehen, eine coole Bremer Disco, meinte er dann und ich fühlte mich wohl bei dem Gespräch. Ich so: „klar gerne!“ Und am selben Abend gingen wir tanzen und unterhielten uns den gesamten Abend prächtig ohne Anbaggern. Um 7.00 morgens waren wir zurück. Ich hatte meinen neuen Kumpel gefunden.

Hätte ich NLP gekannt, hätte ich mir alles visualisiert, aber so war es damals besser. Heute bin ich fast zu faul zum Meditieren – ich bade lieber in Ergebnissen. Aber das Chanten hilft direkt, den Weg ins Ziel zu vernebeln.

Fazit der Theorie:

Nimm dem Universum nicht sein Silbertablett weg!

Natürlich musste ich auch noch etwas tun, um mein Ziel zu erreichen: bei der Eventsache den Verantwortlichen anrufen, mich mit ihm treffen und kurz reden. Aber das kam ja wie auf Flügeln. Was vorher unmöglich schien -meine Lieblingstätigkeit in meiner Lieblingsstadt auszuüben- ging absolut beschwingt. Weil ich nichts steuern wollte und wie der Narr aus einer guten Stimmung heraus unvoreingenommen einfach wünschte.

Natürlich ist es richtig, Schritte zu tun, aber erst, wenn wir eine klare Vorstellung von dem haben, was wir wollen und uns so fühlen, als hätten wir es schon. Den Partner, das Haus, den Erfolg, die Gesundheit, die Traumfigur.

Das Bestellen ist das Wichtigste!

Dann kommen wir in die Energie, tun das Richtige und es fällt leicht.

Denn es gibt ja das Silbertablett, das immer einer trägt – überlassen wir es dem Universum, dürfen wir uns blind vor-freuen, genauso wie im Restaurant. Wollen wir aber selbst nach der Bestellung in die Küche und das Essen kochen, wirft uns das Universum das Tablett wieder entgegen. Also schuften wir, stöhnen und ächzen und wundern uns, wenn nichts dabei herauskommt.

Nun bin ich mit dem Universum nicht per Du, denke aber, dass es den Kräften wenig Mühe macht, uns per Silbertablett unsere Wünsche zu liefern.

Also, was heißt „positives Denken“? Es bedeutet, zu vertrauen. Wünschen und uns das im Laufe des Lebens verlorengegangene Vertrauen wiederzuerobern. Und dann sehen wir, wie alles von alleine wahr wird bzw. das Leben uns auch die Schritte dahin auf einem Silbertablett liefert.

Ich hoffe, ich konnte meine Gedanken zum „positiven Denken“ klarmachen. Fühlt, wünscht, hofft, träumt – und vertraut dann dem Universum, dass es wahr wird. Die Schritte dorthin werden wie auf Flügeln passieren – Träume, und du fliegst in dein Ziel.