Positives Denken: die Silbertablett- Theorie

 

Eigentlich wollte ich ja etwas schreiben über Mitarbeitermotivation oder Netzwerken – meine eigenen Gedanken, an Dinge, die mir persönlich näherliegen, sind mir dabei jedoch im Weg. Es gibt in jedem Leben Baustellen unterschiedlichster Art, und es gibt ebenso viele Wege, diesen zu begegnen. Und für mich fehlt gerade der Weg, die Strategie, um die großen Wünsche und Ziele aus eigener Kraft und Planung zu erreichen. Ich habe mich also bei meinen aktuellen Baustellen wieder erinnert, wie ich früher an Dinge herangegangen bin. Ich bin Genussmensch durch und durch und habe eine Vorliebe für Effizienz – was für mich nichts anderes heißt als einfache Wege. Nicht, weil ich ein Genie bin, sondern weil ich faul bin.

Zu faul, um mir das Leben schwer zu machen. Es gab eine dunkle Phase in meinem Leben, in der ich versucht habe, es anderen rechtzumachen. Es war der Beginn meines Berufslebens und damit einer Odyssee. Ich wollte „Karriere“ machen und andere zufriedenstellen um mein Ziel zu erreichen. Weil ich dachte, das muss so. Machten alle anderen ja auch. Diesen Gedanken prügelte ich mir pflichtbewusst ein, bis ich ihn halbwegs selber glaubte. So quälte ich mich ab, nach Kriterien anderer zu funktionieren und meine -kreative, analytische, spontane- Persönlichkeit zu unterdrücken, mich grau anzumalen und die jeweilige Sprungrichtung zu erfühlen, die Brötchengeber gerade wollten. Meist, um meinen Lebensunterhalt zu verdienen. Dabei hörte ich jedoch nie auf, mir meine eignen Gedanken zu machen und, wenn nötig, für meine Weiterbildung zu sorgen. Mein Pech? Heute denke ich: mein Glück. Denn tiefstapeln ist auf Dauer anstrengender als jede Challenge. Und es gibt heute immer mehr Vorgesetzte, die bereit sind, sich weiterzuentwickeln und ihren Führungsstil der Zeit – und vor allem den Menschen- anzupassen. Leadership ist das Thema der Zukunft – denn das Schicksal eines Unternehmens liegt nun mal in der Hand der Führungskräfte.

Doch nun zurück ins Jetzt und zum Thema:

Als Studentin sah ich die Welt mit anderen Augen: Ich wollte z.B. immer praxisnah studieren, wollte interessante Praktika und nicht in einer theoretischen Scheinwelt versinken. Also stellte ich mir zu Beginn des Hauptstudiums vor, wie eine glückliche und erfolgreiche Zeit in gelungenem Mix zwischen Theorie und Praxis, Freunden und Reisen funktionieren konnte – ich schrieb alles auf und hängte es an die Pinnwand. So einfach. Prompt kamen die spannenden Studentenjobs und Praktika auf ulkigstem Wege zu mir- dazu die Freunde, die ich wollte und alles andere auch.

Ich musste mir nie Sorgen machen, solange ich wusste, was ich wollte.

Die Buddhisten, bei denen ich zwar kein aktives Mitglied bin, aber die Mahayana-Buddhisten in Bremen gut kenne und immer wieder mal sehr gern die Meditationen besuche, haben den Glauben, den ich weitgehend teile. Sie glauben an den untrennbaren Zusammenhang von Ursache und Wirkung.

Haben wir alle schon mal gehört, im Sinne von „Wie es in den Wald hineinruft, so ruft es zurück“. Nun denken die meisten bei diesem Sprichwort an die Stimme des Vaters oder der Mutter, die uns ermahnten, stets höflich und freundlich zu sein. Konventionen der Gesellschaft zu beachten, um selbst akzeptiert und respektiert zu werden.  Das Ursachen-Setzen für unsere Realität beginnt jedoch ganz woanders- nämlich im Kopf.

Das „Mindset“, also die Geisteshaltung ist das, woran wir arbeiten müssen, wollen wir Resultate im Außen sehen. Da geht es um viel mehr als positives Denken – es geht um Visualisierung als Grundlage für Manifestationen.

Nur, was wir uns wirklich vorstellen können, wird wahr.

Was wir vor unserem inneren Auge sehen, wird vor unserer Brille oder Kontaktlinse auftauchen. Sicher und unfehlbar, wenn wir das Gefühl verinnerlichen, das wir haben, wenn wir uns das Ergebnis vorstellen.

Wenn das Bild dazu klar und stark und lebendig genug ist. Legen wir dann auch noch das passende Gefühl hinein, kann das Universum nicht widerstehen, uns das zu liefern, was wir uns ausgemalt haben. In NLP – Seminaren wird genau das gelehrt und die Sprache als Wegweiser für Gedanken und Beeinflussung unseres Unterbewusstseins benutzt.

Das funktioniert, soweit ich es ausprobiert habe, ganz gut. Aber bei mir klappte das Manifestieren auch ohne diese Techniken. Als ich es noch für selbstverständlich hielt, dass meine Wünsche wahr werden. Und dankbar war für mein Leben und alles, was ich hatte.

Dankbarkeit ist der Schlüssel zum Glück.

Das Gesetz des Universums ist einfach – und um es erfolgreich für uns anzuwenden, müssen wir uns auf diese Einfachheit wieder besinnen.

Wer sich in Sorgen, Hass und Ängsten verliert, wird mehr davon bekommen. Wer dankbar ist, badet im Glück und vermehrt es. So einfach es klingt, so einfach ist es auch.

Bei vielem was NLP-Trainer lehren, denke ich an Buddha, für den ganz selbstverständlich war: „Wir sind, was wir denken.“ Das gilt auch für alles in unserem Leben – sei es Beruf, Geld, Beziehungen jeder Art und zu allererst für unsere Stimmung.

Solange unser Wille klar ist, wir uns nicht über den Weg den Kopf zerbrechen – was mir früher auch viel zu kompliziert gewesen wäre- bekommen wir das Ergebnis auf dem Silbertablett.

Hier meine Silbertablett – Theorie

Ich gehe davon aus, dass es im Leben jedes einzelnen ein Silbertablett gibt.

Wenn du im Restaurant bist, sind deine Wünsche zwar meist limitiert und auf die Speisekarte beschränkt – da ist das Universum deutlich großzügiger, es kennt kein Limit- kannst aber innerhalb des Menüs frei auswählen. Nachdem du das getan hast, kommt der Service, nimmt die Bestellung auf und bringt dir dein Gericht.

Das Silbertablett hat der Service – das Essen bekommst Du. Du sitzt an deinem Tisch, weißt, nach der Bestellung musst du dich um nichts mehr kümmern und schaltest diesbezüglich ab. Vielleicht hast du eine Vorstellung von dem Essen, wie es aussieht, riecht, schmeckt. Vielleicht aber auch nicht. Und womöglich ist es ganz anders als du dachtest – im besten Falle wirst du positiv überrascht sein, im schlimmsten Fall bist du enttäuscht. Aber du hast keinen Einfluss auf das Ergebnis, was nach der Bestellung kommt.

Nun stelle dir einmal vor, du würdest, nachdem du bestellt hast und der Ober weggeht, ihm hinterherlaufen, mit in die Küche traben, dir irgendein Essen selbst kochen und ihm am Ende noch das Tablett aus der Hand nehmen und es dir selbst an deinen Platz bringen. Verrückt, oder? Das erscheint allen unfassbar.

Wenn wir aber etwas beim Universum bestellen, vertrauen wir in der Regel nicht darauf, wie im Restaurant, dass wir etwas bekommen, geschweige denn das, was wir gern hätten. Weil wir nicht dafür bezahlen/ nichts dafür tun können, ja nicht mal einen Kellner haben, den wir zur Not ermahnen könnten. Wir wollen den Weg planen und alle Schritte kontrollieren. Das Universum lässt sich aber, anders als vielleicht doch mal ein Kellner, das Tablett nicht aus der Hand nehmen. Wir werden, wenn wir es dennoch tun, zwar irgendwas bekommen, aber nicht passformgerecht das, was wir bestellt haben. Nicht den Traumpartner, nicht den Traumjob, nicht das Glück oder den richtigen Wohnort. No way.

Also untätig warten? Jein. Wenn wir uns im Kopf und im Gefühl genau das vorstellen, was wir wirklich wollen, dann erst schicken wir die Bestellung los. Dann kann das Universum etwas für uns tun, vorher nicht. Klar, oder?

Zurück im Restaurant: wenn wir den Ober anstammeln „ich hätte gern was Deftiges“ oder „heute mal was so richtig lecker schmeckt. Spaghetti.“ Mhm…klar, dass wir nichts bekommen. Der Ober würde uns nicht irgendwas servieren sondern drauf bestehen, dass es bestimmte Spaghetti aus der Karte sind. Dann hätte er eine Vorstellung und könnte liefern.

NLP-Trainer reden auch von „bestellen“, weil sie wissen, wie es geht. Die Buddhisten machen es so: sie schreiben sich ihre Wünsche auf, denken sie sich oder sprechen sie am besten aus. Dann chanten wir ein Mantra, in dem wir Energien des Universums aktivieren. Das klingt ungeheuer esoterisch – aber es ist ganz einfach.

Ich sage euch mal ein Beispiel: als eine Freundin mir vor Jahren vom Buddhismus erzählte und meinte, es wirkt, belächelte ich sie natürlich. Ich kürze das ganze ab; ich hatte keine Schriftrolle, vor der man normalerweise sitzt und chantet; es würde aber auch vor einer leeren Wand gehen, wenn man sich einen Punkt sucht und darauf fokussiert. Ich so: „okay, warum nicht 5 Minuten mal ausprobieren.“ Kannte nur das kurze Mantra und meinen Wunsch: ich wollte in Bremen Events organisieren, was ich schon per Praktikum in Hamburg und Ganderkesee machen konnte und liebte es, mein Talent auszuleben: das Inszenieren. Aber ich hatte KEINE Ahnung, wie ich das in Bremen schaffen sollte, diese Studentenjobs gab es so nicht und ich war ratlos. Beste Voraussetzungen: ich konnte den Weg nicht planen, er war zu diffus. Unvorstellbar.

Die NLP’ler „baden im Ergebnis“, was auch funktioniert, die Buddhisten chanten.

Also setzte ich mich zu Hause aufs Sofa, starrte auf einen Punkt an der Wand und chantete das Mantra, nachdem ich meinen Wunsch laut ausgesprochen habe. 5 Minuten in etwa. Es vergingen genau zwei Tage, dann war ich wieder bei meiner Freundin auf einer buddhistischen Versammlung – klingt steif und religiös, war es aber nie, sonst hätte ich als Freigeist dort keine Zeit verbracht. Und nach einer kurzen Meditation saßen wir gemütlich zusammen und quatschten.

Eine junge Frau war dort, die laut klagte: sie mache eine Ausbildung zur Werbekauffrau und daher hat ihr ein Bekannter aufgedrückt, eine Firmenpräsentation für einen großen IT-Verband in Bremen zu organisieren. Und sie kann und will das nicht machen. Hat keine Ahnung von Events. Ohweh, was soll sie nur tun…?

Haha! – nun kam ich: „Hallo, ich kann und will das!“ Dankbar gab sie mir die Telefonnummer, das Treffen war sehr nett und unkompliziert und ich organisierte die Firmenpräsentation im „Universum“, dem damals brandneuen Bremer Science Center mit namhaften Unternehmen.

Drei Monate lang war ich beschäftigt und hatte viel Spaß. Es war klasse. Es klappte prompt. Und nicht nur dies eine Mal. Das zweite Mal, dass ich chantete, wünschte ich mir, trotz großem Freundeskreis, wieder einen besten Freund. Platonisch – nur Freund. Mit meinem schwulen Freund, der mich drei Jahre lang begleitet hatte, hatte ich leider keinen Kontakt mehr, aber ein männlicher Kumpan fehlte mir einfach. Nun chantete ich wieder 5 Minuten, wünschte mir genau das und fühlte meine Gedanken abdriften, denn beim Meditieren denkt man dann bewusst an alles Mögliche und vergisst den Wunsch wieder. Und das macht ihn letztendlich wahr. Am Abend, ein paar Stunden später, klingelte das Telefon.

Es war der Exfreund meiner Freundin, den ich bislang zweimal gesehen hatte. Oberflächlich, fand ihn aber sympathisch. Ob ich denn singen würde, meine Freundin hatte ihm erzählt, ich würde singen und er suche eine Sängerin für seine Band. Das erstaunte mich total, hatte wohl mal erwähnt, ich singe gern. Nun ja, klar, aber schief und schräg. Also lehnte ich dankend ab. Aber wir könnten ja mal ins „Shagall“ gehen, eine coole Bremer Disco, meinte er dann und ich fühlte mich wohl bei dem Gespräch. Ich so: „klar gerne!“ Und am selben Abend gingen wir tanzen und unterhielten uns den gesamten Abend prächtig ohne Anbaggern. Um 7.00 morgens waren wir zurück. Ich hatte meinen neuen Kumpel gefunden.

Hätte ich NLP gekannt, hätte ich mir alles visualisiert, aber so war es damals besser. Heute bin ich fast zu faul zum Meditieren – ich bade lieber in Ergebnissen. Aber das Chanten hilft direkt, den Weg ins Ziel zu vernebeln.

Fazit der Theorie:

Nimm dem Universum nicht sein Silbertablett weg!

Natürlich musste ich auch noch etwas tun, um mein Ziel zu erreichen: bei der Eventsache den Verantwortlichen anrufen, mich mit ihm treffen und kurz reden. Aber das kam ja wie auf Flügeln. Was vorher unmöglich schien -meine Lieblingstätigkeit in meiner Lieblingsstadt auszuüben- ging absolut beschwingt. Weil ich nichts steuern wollte und wie der Narr aus einer guten Stimmung heraus unvoreingenommen einfach wünschte.

Natürlich ist es richtig, Schritte zu tun, aber erst, wenn wir eine klare Vorstellung von dem haben, was wir wollen und uns so fühlen, als hätten wir es schon. Den Partner, das Haus, den Erfolg, die Gesundheit, die Traumfigur.

Das Bestellen ist das Wichtigste!

Dann kommen wir in die Energie, tun das Richtige und es fällt leicht.

Denn es gibt ja das Silbertablett, das immer einer trägt – überlassen wir es dem Universum, dürfen wir uns blind vor-freuen, genauso wie im Restaurant. Wollen wir aber selbst nach der Bestellung in die Küche und das Essen kochen, wirft uns das Universum das Tablett wieder entgegen. Also schuften wir, stöhnen und ächzen und wundern uns, wenn nichts dabei herauskommt.

Nun bin ich mit dem Universum nicht per Du, denke aber, dass es den Kräften wenig Mühe macht, uns per Silbertablett unsere Wünsche zu liefern.

Also, was heißt „positives Denken“? Es bedeutet, zu vertrauen. Wünschen und uns das im Laufe des Lebens verlorengegangene Vertrauen wiederzuerobern. Und dann sehen wir, wie alles von alleine wahr wird bzw. das Leben uns auch die Schritte dahin auf einem Silbertablett liefert.

Ich hoffe, ich konnte meine Gedanken zum „positiven Denken“ klarmachen. Fühlt, wünscht, hofft, träumt – und vertraut dann dem Universum, dass es wahr wird. Die Schritte dorthin werden wie auf Flügeln passieren – Träume, und du fliegst in dein Ziel.

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